D.I.Y.

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29. Mai 2017, 18:07 Uhr

Letztens kam ich wieder mal von Arbeit nach Haus
und zugegeben war ich eher mittelmäßig drauf.
Das wurde dann nicht besser als ich um mich sah:
Gesichter so lebendig wie ein Bausparvertrag.
Meine Laune dann im Keller, alles schien mir so verkehrt
so beschloss ich, daß ich heute feiern gehen werd’.
Ich tanzte ausgelassen bis ich plötzlich sah,
daß ich zwischen Haufen Männern wieder die Einzige war.
Schlechtgelaunt ging ich nach Haus, verfluchte das System,
da sah ich an einer Wand etwas in großen Lettern steh’n.
Wie angewurzelt stand ich da, der Schriftzug sehr bekannt,
doch mir schien, als ob ich was da steht, zum ersten Mal verstand.

D.I.Y., ich tue es jetzt selbst,
nehm’ es selber in die Hand, kreier’ mir meine eigne Welt.
D.I.Y. kann auch heißen, frag’ dich wer du bist
und fang an, das zu tun, was du an anderen vermisst.
D.I.Y. ist doch mehr als nur ein Schrank,
eine eigene Elektrik und ‘ne selbstgebaute Bank.

Am nächsten Morgen dann, mein Kopf noch aus Beton,
setzte ich mich ans Klavier und schrieb ‘nen ärgerlichen Song.
Ich beschwerte mich melodisch über all den Trübsinn hier
und schimpfte übers schimpfen, da dämmerte es mir.
Mir fiel’n die Worte wieder ein, die ich gestern las
und in meinem kleinen Mäusehirn da änderte sich was.
Ich ging zu meinem Nachbarn, der mich täglich wütend macht
und spielte dann das Spiel, ob ich’s schaffe, daß er lacht.
Dann lud ich zehn Freundinnen ein in ein Tanzlokal,
dort tanzten wir wie’s uns gefiel und war’n in Überzahl.
Und weil’s mir an Berührung fehlt, ich muß es deklamier’n,
ließ ich mich dann bei Sinnesart ‘ne Stunde lang massier’n.

D.I.Y., ich tue es jetzt selbst,
nehm’ es selber in die Hand, kreier’ mir meine eigne Welt.
D.I.Y. kann auch heißen, frag dich wer du bist
und fang an, das zu tun, was du bei anderen vermisst.
D.I.Y. ist doch mehr als nur ein Schrank,
eine eigene Elektrik und ‘ne selbstgebaute Bank.
D.I.Y heißt ich fang an der oder die zu sein,
von denen wir mehr bräuchten, in ‘ner Welt wie wir sie woll’n.

Die Fremdenfeindlichkeit in unserm Land steht mir bis hier,
darum frühstücke ich heut mit Fatima und Bashir.
Mein Chef der mag mich nicht, obwohl er von mir gar nichts weiß,
darum frage ich ihn mal, wie seine Lieblingsplatte heißt.
Letztens war ich wirklich wütend und es fiel gar keinem auf,
darum fasste ich mir Mut und ließ den Tränen ihren Lauf.
Und so gibt’s noch viel mehr, das ärgert mich massiv,
und das ist auch sehr verständlich aber ineffektiv.
So beginne ich nun das zu tun was mir an andern fehlt
und ich geb zu, daß mich dabei oft die Einsamkeit quält,
aber da ich es ja anders will, weiß ich wie ich mir helf:
I stop waiting for the others and I do it now myself!

D.I.Y., ich tue es jetzt selbst,
nehm’ es selber in die Hand, kreier’ mir meine eig’ne Welt.
D.I.Y. kann auch heißen, frag dich wer du bist
und fang an, das zu tun, was du bei anderen vermisst.
D.I.Y. ist doch mehr als nur ein Schrank,
eine eigene Elektrik oder ‘ne selbstgebaute Bank.
D.I.Y heißt ich fang an der oder die zu sein
von denen wir mehr bräuchten in ‘ner Welt wie wir sie woll’n!

In die Augen schauen beim Sex,
sonst gibt es sieben Jahre schlechten Wein!
sc fb tw yt tg