Gott, Körper

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19. Juni 2017, 18:47 Uhr

Guten Tag, du scheinbar Fremder in mir drin, hör mal hin,
hier spricht der aus dem du machst was ich bin.
Ich geh mit dir überall dort hin wo ich soll, ich bin toll,
ich bin groß, bin ein Gott, bin famos,
hab die macht über alles was du mit mir machst,
ich hab dich in der Hand.
Ich veränder’ dich und lenke, ich zerdenke und ich bremse dich,
ist geschenkt alles das, und so schlender ich durch dich durch
und durch alles was du bist.
Du glaubst du bist nicht ich?
Mach dich nicht lächerlich!
Ich kann alles machen, was du mit mir machen willst,
ich bin der, der das alles lenkt,
ohne mich existierst du nicht, bist du nicht,
genau wie ich, wenn du nicht in mir bist.

Ich bin dein Körper, bin dein Server, bin der Kreateur und der Zerstörer,
ich bin der, ohne den du nichts kannst.
Doch ein Lidschlag reicht und schon geht wieder Licht an.
Ein Impuls reicht aus und du stehst, drehst dich um und gehst,
nur ein Zucken reicht und sie seh’n: Du lebst.

Ich bin die abertausend Wellen, die Dekaden von Millarden kleiner Zellen,
die sich teilen, sich verstellen, die verweilen und ausquellen,
die sich heilen, sich befruchten, die sich teilen, sich benutzen,
sich verteilen und die reisen, sich vermehren und maskieren,
die dich lehren zu tarieren, die verbrennen, die erfrieren,
sich erhalten, demaskieren, die pulsieren jede hundertstel Sekunde
durch die Pumpe, die faustrund mitten in dir wohnt, in dir pumpt, in dir ruht,
und mit deinem Blut Luft, Wasser, Gifte, Gase, Metastasen, Räume, Blasen,
Fette, chemische Gemische in Bewegung hält, dich am Leben hält,
die nichts sagt, die nichts fragt,
nur mit 60 Beats per minute deine Existenz bejaht.

Ich bin dein Körper, bin dein Server, bin der Kreateur und der Zerstörer,
ich bin der, ohne den du nichts kannst.
Doch ein Lidschlag reicht und schon geht wieder Licht an.
Ein Impuls reicht aus und du stehst, drehst dich um und gehst,
nur ein Zucken reicht und sie seh’n: Du lebst.

Deine Zunge, deine Hände, in der Lage zu beenden,
zu beginnen, zu entrinnen und zu sprechen,
deine Hände können sich rächen, können brechen,
können hunger still’n.
Wenn du willst, kann dein Rumpf sich strecken, dich verstecken,
sich verkriechen, deine Nase riechen, deine Ohren hören.
Du kannst stören, kannst betören, atmen, schreien und kannst schwören,
du kannst schweigen, du kannst bleiben, du kannst siegen.
Deine Augen können lieben und sie können von Leben reden
und zum Glück können sie weinen und vergeben.
Und dein Mund, er kann lachen und kann all die Sachen sagen,
die seit Tagen deine Muskeln kontrahieren und dich isolieren.

Ich bin dein körper, bin dein Server, bin der Kreatuer der kreiert,
was du fokussierst.
In den Mustern, die du denkst, funktioniere ich.
Solange ich dir fremd bin, sabotier’ ich dich.
Wenn du an Kontrolle hängst, kontrollier ich dich,
und wenn du kämpfst ohne dein Herz, dann verliere ich.
Ich tu alles was du denkst, ich geh dahin wohin du mich lenkst,
wohin du mich haben willst.
Ich bin dein Tempel, deine Skills,
kann dich verändern wenn du willst.
Du bist der Gott, der mich bewohnt,
du bist groß, bist famos,
hast die Macht über alles, was du machen willst,
über alles, was du schaffen oder loslassen willst.

Wenn du nur Erkennen und wenn du Verstehen willst,
daß schon im Mutterleib das Grundprinzip zu lesen ist,
daß nämlich ich aus dir und du aus mir genesen bist,
und darum ich und du ein und dasselbe Wesen ist.

In die Augen schauen beim Sex,
sonst gibt es sieben Jahre schlechten Wein!
sc fb tw yt tg